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Djarf von C. Oskolm

Titel: Djarf

Autor: Cea Oskolm

Seiten: 424

eBuch

 Klappentext
Die einen nennen ihn Djarf, die anderen den Weltenzerstörer. Für Bea gehören Drachen ins Reich der Fantasie. Zumindest bis gestern!

Anstatt mit ihrer Freundin eine Auszeit in Australien zu genießen, findet sich die Abiturientin auf einem militärischen Übungsgelände wieder. Merkwürdige Dinge passieren dort! Das Forschungspraktikum, zu dem ihre Eltern sie zwingen, hat sie sich jedenfalls anders vorgestellt. Schnell wird klar, dass eine persönliche Verbindung zwischen ihrer Mutter und dieser seltsamen Einrichtung besteht, in der es völlig normal scheint, einen ganzen Landstrich von der Außenwelt abzuriegeln. Und wer ist der mysteriöse Fremde, der in diesem Hochsicherheitsbereich festgehalten wird und zu dem sie keinen Kontakt aufnehmen soll? Sie muss sich für eine Seite entscheiden! Doch wenn ihre Gefühle sie trügen, wird das Böse siegen.

„Irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese dumme Sache unsere Liebesgeschichte im Keim erstickt.“ (Kapitel 31, 85%)

 

Bea möchte mit ihrer Freundin Sina das bestandene Abitur in Australien feiern. Stattdessen hat ihre Mutter ein vierwöchiges Praktikum in einer Forschungsstation nicht weit von Bielefeld, wo Bea wohnt, organisiert. „Diskutiere nicht mit ihnen, du ziehst den Kürzeren, diese Lektion hatte sie schon mit drei Jahren gelernt.“ (Kapitel 3, 9%) Selbst das wichtige Gespräch, das Beas Mutter mit ihr vorher führen wollte, mußte ausfallen, da ihre Eltern kurzfristig auf Geschäftsreise waren. Ein einfacher Brief sollte Bea alles erklären, doch der ist unterwegs verschwunden. Völlig ahnungslos beginnt sie also dieses Praktikum und ist mehr als unglücklich mit allem um sie herum: Die Geheimniskrämerei, die offensive Flirterei der ansässigen Soldaten und die üblen Scherze, die mit ihr gespielt werden.

Doch dann lernt sie den eigenwilligen Kjartan kennen, einen Gefangenen auf der anderen Seite einer Hochsicherheitsmauer. Obwohl er gegensätzliche Signale aussendet, erklärt er ihr wenigstens ein bisschen was und sie beginnt, die „Forschungsstation“ besser zu verstehen.

 

Der Einstieg in das Buch war großartig, denn die Reise beginnt auf der Wolkenstadt aus der Sicht von Kjartan. Der Leser lernt die Velori und ihre Welt ein bisschen kennen, bevor es dann auf die Erde nach Bielefeld geht, was im übrigen eine sehr passende Anspielung ist.

Beas Geschichte fand ich zunächst auch sehr markant. Wie ihre Eltern sie erziehen und mit ihr umgehen, ist alles andere als liebevoll, trotzdem sehr behütet. Das Verhalten der Menschen beim Praktikum ist dazu ein starker Kontrast, denn sie wird dort nicht sehr behütet, sondern fast schon ausgegrenzt. „Bea hatte das Gefühl, die einzige Ahnungslose zu sein und sich alle paar Minuten zum Deppen zu machen!“ (Kapitel 15, 32%)

Selbst als sie dann gewisse Dinge erklärt bekommt und Zusammenhänge erkennt, bleibt sie weiterhin ahnungslos und naiv. Ich habe mich sehr schwer mit ihr getan.

 

Als es dann zum Ende kam, ging alles ziemlich schnell, ein bisschen durcheinander und irgendwie war ich mindestens so verwirrt wie Bea. Das Ende an sich fand ich hervorragend, sehr stimmig und rund. Nur der Weg dahin, vor allem aber die Protagonistin, war etwas beschwerlich.

 

Djarf ist eine interessante Genre-Mischung, die einen Blick lohnt. Wer Drachen mag, spannende Weltraumgeschichten oder obskure Labore, eine Verschwörung und Rebellen, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

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